Französische Zahlen – warum sie so verdreht sind
Soixante-dix, quatre-vingts, quatre-vingt-dix: französische Zahlen tragen Spuren eines 20er-Systems. Wir zeigen die Logik und die Stolperfallen.
Warum heißt 70 „soixante-dix"?
Deutsch ist einfach: siebzig = 7 × 10. Im Standardfranzösischen dagegen zählt man 70 als „60 + 10", 80 als „4 × 20" und 90 als „4 × 20 + 10". Das ist ein Überbleibsel des Zwanzigersystems aus dem keltischen Erbe, das im Mittelalter kodifiziert wurde.
Die Tabelle, die sitzen muss
| Zahl | Französisch | Logik |
|---|---|---|
| 70 | soixante-dix | 60 + 10 |
| 71 | soixante et onze | 60 + 11 |
| 80 | quatre-vingts | 4 × 20 |
| 90 | quatre-vingt-dix | 4 × 20 + 10 |
| 99 | quatre-vingt-dix-neuf | 4 × 20 + 19 |
Typische Stolperfallen
- „et" kommt nur bei 21, 31, 41, 51, 61, 71 vor – aber nicht bei 81 oder 91.
- „quatre-vingts" trägt nur dann ein s, wenn keine Zahl folgt: quatre-vingt-deux ohne s.
- In der Romandie (Westschweiz) und in Belgien sagt man septante (70) und nonante (90), in der Schweiz zusätzlich huitante (80). Logischer – aber in Frankreich ungebräuchlich.
Tipp für Telefonnummern
Französische Nummern werden in Zweiergruppen gesprochen: 06 85 92 47 wird zu zéro six / quatre-vingt-cinq / quatre-vingt-douze / quarante-sept. Üben Sie mit Ihrer eigenen Nummer – das schult das Zahlgefühl sofort.