Zehn französische Redewendungen, die Deutsche zum Lachen bringen
„Avoir la patate“, „poser un lapin“, „tomber dans les pommes“… Wörtlich übersetzt sind manche französische Redewendungen absurd. Eine lustige Auswahl mit ihrer eigentlichen Bedeutung.
Ein Freiburger Student erzählte mir kürzlich, seine französische Freundin habe gesagt: „J'ai la pêche aujourd'hui!“ Er suchte die Frucht in der Küche, bevor er verstand. Hier zehn solcher Perlen, nach Verblüffungsgrad sortiert.
1. „Avoir la patate / la pêche / la frite“
Bedeutet gut drauf sein. Wörtlich: die Kartoffel / den Pfirsich / die Pommes haben. Niemand weiß, warum Energie mit einem Gemüse oder einer Frucht verglichen wird.
2. „Poser un lapin“
Zu einer Verabredung nicht kommen. Nichts mit einem echten Kaninchen zu tun. Auf Deutsch: jemanden versetzen. Man stellt sich aber einen Hasen vor, der vergeblich am Restauranttisch wartet.
3. „Tomber dans les pommes“
In Ohnmacht fallen. Veraltet, aber weiter gebräuchlich. Herkunft unklar — vielleicht aus „tomber dans les pâmes“ (ohnmächtig werden) verschliffen. Die Äpfel können nichts dafür.
„Auf Deutsch fällt man sauber in Ohnmacht. Auf Französisch fällt man in die Äpfel — was an Apfelmus denken lässt.“ — Ein Tübinger Student.
4. „Il fait un froid de canard“
Es ist saukalt. Deutsche sehen den Zusammenhang nicht — auf Deutsch heißt es einfach „saukalt“. Die Ente kommt von der Entenjagd im Winter.
5. „Avoir le cafard“
Traurig sein. Wörtlich: die Kakerlake haben. Reizend.
6. „Les carottes sont cuites“
Die Lage ist verloren. Deutsche Entsprechung: Der Zug ist abgefahren. Aber „die Karotten sind gekocht“ legt eher ein misslungenes Abendessen nahe als einen verpassten Zug.
7. „Raconter des salades“
Lügen. Deutsche sagen Blech reden. Der französische Salat klingt schmackhafter.
8. „C'est la fin des haricots“
Alles ist verloren. Synonym zu den gekochten Karotten, nur Hülsenfrüchte-Version. Man spürt die letzte Rationierung.
9. „Faire le poireau“
Lange warten. Eine Lauchstange, aufrecht und reglos im Gemüsegarten.
10. „Occupe-toi de tes oignons“
Kümmer dich um deine Angelegenheiten. Warum Zwiebeln? Niemand weiß es. Vielleicht, weil man beim Schneiden weint und die Arbeit lieber abgibt.
Zehn Redewendungen, zehn Gelegenheiten zum Lachen — und zehn gute Gründe, eine Sprache zu lieben, die ihre eigene Grammatik kocht.
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